Das Buch des amerikanischen
Jesuiten Patrick Arnold über Männliche Spiritualität
inspirierte Franz Gyolcs zu den sieben großen Königen.
Es handelt von den Archetypen des Menschen, unter anderen
dem des Königs, der dem Bildhauer selbst am nächsten
steht. Ihn fasziniert nicht die Hierarchie, die Macht,
sondern Weisheit und Leidensfähigkeit, was viel mit
Franz Gyolcs selbst zu tun hat. Die Figuren beschreiben
bestimmte Zustände wie Aufbruch, Schreiten, Innehlaten,
Skepsis, Zweifel, Scham oder Krise. Der Kreis in dem die
Figuren aufgebaut sind zeichnet das Leben des Bildhauers
in Angst und Kampf nach. Die Könige markieren so
einen bestimmten Raum und beschwören die Frage nach
dem Inneren des Raumes, nach dem Mittelpunkt. Das Treten
in diesen Kreis ermöglicht ein Einschwingen, berührt
eine gleichgelagerte Wellenlänge, einen Zustand im
eigenen Leben. Es ist ein Kraftraum. Der im Inneren Stehende
bezieht in diesem Moment alle Zustände auf sich.
Die Arbeiten sind hart traktiert. Dazu sind es sehr beredte
Haltungen, im Körper, in den Beinen. Dann wiederum
fehlen einzelne Hände. Und doch scheinen die Kronen
eine gemeinsame Ebene, ein Ziel, einen Höhepunkt
zu bilden. Für den Bildhauer ist das ein Prozess,
der aus dem Bauch kommt. Es zeugt vom Hoffen und Kämpfen
des Königs, der trotz Leiden und Anstrengung seine
Würde behält.
(Aus dem Katalog 'Tradition
und Verweigerung - Skulptur im sakralen Raum')