Anmerkungen zur Lithographie
in der ursprünglichen Form des Steindrucks
Im Vergleich zu den anderen klassischen
künstlerischen Drucktechniken zeichnet sich der Steindruck
durch die Unmittelbarkeit aus, mit der ein Bildelement festgehalten
und wiedergegeben werden kann. Ein Tuschestrich, eine Lavur, der
Duktus der Zeichenfeder, der Abdruck einer Naturstruktur, ein
Foto oder eine Kopie lassen sich auf dem Stein festhalten und
im Druck wiedergeben. Der Stein nimmt alles auf, was an Fett,
Säure, fetthaltiger Tusche oder Druckfarbe, Toner, Kopierpulver
oder lichtempfindlicher Emulsion auf seine geschliffene Oberfläche
trifft. Man kann auf ihn mit Lithotusche oder Lithokreide schreiben,
zeichnen, malen, lavieren, kann Fotos oder Negative übertragen,
Naturstrukturen abdrucken, ihn schleifen, schaben, ätzen,
gravieren.
Allerdings kommt man nur dann
zu einem sinnvollen Ergebnis, wenn man es versteht, alle auf diese
Weise aufgebrachten Bildelemente für den Druck zu präparieren
und schließlich auch zu drucken. Das Präparieren des
Steins und schließlich das Drucken ist gerade bei der Anwendung
mehrerer und oft einander entgegenstehender Gestaltungsmittel
ein spannender Kampf.
Zu meinen Arbeiten
Ich versuche nie den Steindruck nur
als Mittel der Vervielfältigung zu verwenden. Verfolgt man
meine Vorgehensweise anhand meiner Bilder, so kann man feststellen,
dass die Bildidee ihren Ursprung oft in etwas Gefundenem hat.
Gegenstände, Strukturen, Bewegungen, Bilder, denen ein besonderer
Ausdruck oder optischer Reiz innewohnt, bilden den ersten Kern.
Hieraus erklärt sich auch der Wechsel zwischen gegenständlichen
und bedingt gegenstandsfreien Arbeiten.
Es folgt das Ordnen und Übertragen auf den Stein. Wichtiger
als die spontane große Geste ist mir hierbei oft das Gleichmaß
konzentrierten Arbeitens. Bei allen meinen Arbeiten ist die Bildfindung
eng mit der handwerklichen-technischen Vorgehensweise verbunden.
Zum einen ist das Überwinden der technischen Widerstände
und das Zurückgreifen auf die in Jahren gespeicherten Erfahrungen
von großem Reiz. Zum anderen ist meine Neugier auf die Ergebnisse
der Anwendungen und schließlich den gültigen Druck
ein ganz wichtiger Antrieb meines Arbeitens.
Bilder
zur Ausstellung


